• Stefan Reusch

Lebensmittel Kultur

„Kultur ist ein Lebensmittel“. Hört man ja immer wieder. Von Leuten, die von der Kultur leben, von Kulturschaffenden. Und die anderen? Die nicken beifällig, beiläufig: ja, Kultur ist ein Lebensmittel. Aber sie brauchen die Kultur nicht. Denn Kultur ist für sie nicht DAS, es ist EIN Lebensmittel.

Für den Lebensmittel-Lieferanten und Produzenten ist sein Produkt einzig, Der Konsument kann auf das Lebensmittel „Kultur“ schon mal verzichten. Ein Lebensmittel aber ohne Konsumenten ist früher oder später kein Lebensmittel mehr. Kultur gehört nicht zu den Grundnahrungsmitteln. Auch wenn wir es behaupten. Wir sind entbehrlich. Nicht systemrelevant. Wir kriegen ein Achselzucken und ein Almosen. Das ist Kapitalismus. Und der ist so.

Also ist Kultur das Petersiliensträußchen, das hübsch und dekorativ neben der Kartoffel liegt, die dem Rahmschnitzel als Beilage zugefügt ist.

Die Dekoration einer Beilage – ist das Kultur?

Oder ist Kultur nicht doch ein wesentliches Lebensmittel für alle?

Dann muss man das sehr deutlich machen.

Hübsch anzusehende Demos sind da zu wenig. Die gönnerhaften Altmayers dieser Republik brauchen ein Riesenfeuer unterm Riesenhintern, damit sie überhaupt ein bisschen mehr spüren als bloß wohlige Wärme, die Kultur ihnen üblicherweise bereitet.

Dann wäre wahrscheinlich eine Grenze überschritten. Kultur darf das nicht. Keiner darf das. Aber Kultur kann das. Und Kultur muss das. Und wie!

Tja. Wie?

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